Das bin ich

 "Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht“

 

Als Mensch wird man geprägt von seinen Eltern, der Familie, von Freunden und den Menschen im eigenen Ort und in der Stadt – das ist auch bei mir so. Ich hatte das große Glück, eine unbeschwerte Kindheit mit meinen Großeltern, Eltern und drei Geschwistern in Sachsen verbringen zu dürfen. Meine Großeltern haben sich nie über die harte Arbeit in der Landwirtschaft beschwert, nie auch nur gejammert. Sie waren für mich immer ein Sinnbild von  innerer Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. Meine Mutter arbeitete bei der Stadtverwaltung als Mieterbetreuerin, mein Vater war in der Landwirtschaft und später als Lastkraftwagenfahrer tätig. Von meinen Großeltern und meinen Eltern habe ich viele wichtige Werte gelernt: Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit. Mit Anstand durchs Leben zu gehen und die Menschen gut zu behandeln. Konsequent zu sein. Und die eigenen Werte niemals aufzugeben. Meine Eltern haben mir ermöglicht, dass ich mich zu einer eigenständigen, selbstbewussten und leistungsbereiten Persönlichkeit entwickelt habe, die anderen Menschen mit Respekt und Wertschätzung begegnet. Ich bin sehr dankbar für die wertschätzende, tolerante und demokratische Erziehung, die ich erhalten habe.

Bereits mit 14 Jahren wollte ich meine ersten kleinen Träume selber verwirklichen und ging daher in den Ferien arbeiten. Ich füllte in Supermärkten die Regale auf, reinigte Zimmer in Hotels und später bediente ich in der Gastronomie.

 Nach dem Abitur entschloss ich mich, eine Ausbildung zur Krankenschwester in Ulm zu absolvieren. Ich wollte mich für Menschen einsetzen und helfen. Nach der Ausbildung habe ich mich mit einer Fachweiterbildung für Anästhesie-  und Intensivmedizin in Karlsruhe weitergebildet. Die verantwortungsvolle Tätigkeit als Krankenschwester hat mir sehr viel bedeutet: Ich konnte mit Menschen arbeiten, und habe viele wertvolle Erfahrungen aus dem Umgang mit Kindern, Senioren, schwer Kranken und Menschen mit Behinderung gewonnen.  Diese Lebenserfahrung kann mir keiner mehr nehmen. Es war eine Zeit, die meinen weiteren Weg mit beeinflusst hat.

Mit der Geburt meines Sohnes 2003 musste ich den Beruf der Krankenschwester aufgegeben. Es war nicht möglich, das Drei-Schicht-System und die vielen geschäftlichen Auslandsaufenthalte meines Mannes mit der Betreuung unseres Sohnes unter einen Hut zu bringen. Ich habe selbst erfahren, wie schwierig die Situation für Frauen ist, die sowohl Beruf als auch Familie leben wollen.Die Verbesserung der Kinderbetreuung und eine wirkliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind mir daher auch heute ein großes Anliegen.

Nach der wertvollen Erziehungspause habe ich die Chance erhalten, mich als Gutachterin beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung Baden-Württemberg (MDK) zu beweisen. Ich habe diese herausfordernde Aufgabe gerne angenommen und mich mit Fleiß, Durchhaltevermögen, Ernsthaftigkeit und Kompetenz bewiesen. Im Laufe weniger Jahre  wuchs mein Verantwortungsbereich stetig an, bis ich als Referatsleiterin schließlich rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen durfte. Neben den fachlichen Aspekten, war mir immer auch die Verbesserung der Arbeitsabläufe und der Arbeitsbedingungen für mein Team ein besonderes Anliegen – zudem habe ich gelernt, mit dem verfügbaren Budget sparsam zu wirtschaften und dennoch gute Arbeit zu leisten. Die vorgegebenen Ziele konnte ich trotz eines engen Finanzplans immer erreichen und sogar übertreffen. Besonders das Anstoßen von neuen Projekten hat mir sehr viel Freude bereitet.

Mit meinem Mann Orkun und unserem Sohn Levent (14 Jahre) lebe ich im wunderschönen Neuburg. Der Ort ist uns sehr ans Herz gewachsen. Gerne engagiere ich mich dort im Bürgerverein, in der Flüchtlingshilfe und in der SPD Neuburg.

Meine glücklichsten Momente verbringe ich gemeinsam mit meiner Familie. Meine Entspannung finde ich beim Joggen, beim Spazierengehen mit unserem kleinen Mischlingshund, bei einem guten Essen mit Freunden oder beim Lesen eines guten Buches.

Das Wichtigste ist, dass ich gerne lache. Ich lache wirklich unwahrscheinlich gern. Ich glaube, das liegt daran, dass mir Spaß macht, was ich tue und an einer positiven Einstellung zum Leben und zu den Menschen.

Im Jahr 2013 habe ich meine Führungsposition beim MDK aufgegeben und bin in unseren Familienbetrieb, die EPOS GmbH, ein Unternehmen der Sicherheits- und Elektrotechnik, eingestiegen. Auf der einen Seite ist das Arbeiten in einem Familienbetrieb etwas sehr Faszinierendes: man kann gestalten, man ist unabhängig und selbstbestimmt, aber auf der anderen Seite mussten auch wir kämpfen und in schweren Zeiten schwierige Entscheidungen treffen und die Verantwortung dafür tragen! Nachhaltiges Wirtschaften ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg. In unserem Familienbetrieb mit inzwischen über 30 Mitarbeitern verantworte ich die Geschäftsbereiche Personal, Finanzen, Qualitätsmanagement, sowie Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Mit großer Leidenschaft und Beharrlichkeit verfolge ich meine Aufgaben. Klare Ziele sind unverzichtbar für den Erfolg.

Im Dezember 2016 wurde unsere Firma für das gesellschaftliche Engagement für den großen Preis des Mittelstandes nominiert. Das ist eine große Ehre. Mir und meinem Mann ist das Soziale wichtig: Wir stellen bevorzugt Jugendliche ein, die mit schlechten Bedingungen an den Start gehen. Dieses kann beispielsweise sein, weil sie aus schwierigen familiären oder wirtschaftlichen Verhältnissen stammen. Auch junge Menschen, die über einen sogenannten Migrationshintergrund verfügen und leider auch heute noch oftmals Ausschluss und Diskriminierung erfahren, wenn sie einen Ausbildungsplatz suchen, stehen im Mittelpunkt unserer Personalpolitik. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um Jugendliche handelt, die erst vor kurzer Zeit in die Bundesrepublik eingewandert sind und sich u.a. sprachlich ganz neu orientieren müssen, oder ob es um Ausbildungssuchende geht, deren Eltern in den vergangenen Jahrzehnten nach Deutschland migriert sind. Gemeinsam arbeiten Neubürger und Deutsche in unserem Betrieb – und lernen sich so besser kennen, werden zu Arbeitskollegen und Freunden. Natürlich bedeutet das auch zusätzliche Arbeit. Dafür haben wir  eine  Sozialpädagogin eingestellt, die die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz mithilfe von Trainings und Einzelgesprächen zusätzlich unterstützt. Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter. Und unsere Mitarbeiter sind loyal und motiviert und beweisen tagtäglich, dass sie die Chance verdient haben. Selbstverständlich bezahlen wir ordentliche Löhne nach Tarifvertrag. Für mich steht fest, dass persönliche Werte, soziales Engagement, politische Verantwortung und unternehmerische Wirtschaftlichkeit keine Widersprüche sind.